Nachhaltig Beschaffen

Koordination kommunaler Entwicklungspolitik



Als Stadtverwaltung nachhaltig einkaufen? Das geht! Im Projekt „Koordination kommunaler Entwicklungspolitik“ arbeitet die Stadt Oldenburg seit 2018 daran, das eigene Beschaffungswesen noch nachhaltiger zu gestalten. 

Ob Büromaterial, Möbel und IT-Ausrüstung, Kaffee und Kekse im Besprechungsraum, das Catering auf Veranstaltungen, Jacken und Hosen für den Abfallwirtschaftsbetrieb und andere Bereiche – eine Stadt wie Oldenburg beschafft regelmäßig verschiedene Produkte und Dienstleistungen, die im Alltagsgeschäft einer Verwaltung benötigt werde. Pro Jahr geben Bund, Länder und Kommunen in Deutschland insgesamt rund 350 Milliarden Euro für Beschaffung aus, circa 11 % des gesamten Bruttoinlandsproduktes (BIP). Über den kommunalen Einkauf kommt somit Städten wie Oldenburg eine nicht unbedeutende Rolle zu: Die Kriterien, die eine Kommune ihrer Beschaffung zugrunde legt, haben einen Einfluss darauf, wie es Mensch und Umwelt in anderen Ländern der Welt ergeht, die unsere Waren anbauen, gewinnen oder herstellen. Sich hier zu fragen, unter welchen sozialen Bedingungen und mit welchen Umweltauswirkungen diese Produkte hergestellt werden, ist wichtig, denn vielerorts werden Arbeits- und Menschenrechte missachtet oder umweltschädliche Stoffe in die Natur entlassen. Ebenso wichtig ist es, darauf zu achten, dass Produkte möglichst lange genutzt und am Ende ihrer Nutzungs- bzw. Lebensdauer weitergegeben beziehungsweise gut recycelt werden können. 

Was genau macht nun die Stadt Oldenburg, um ihren Einkauf nachhaltig zu gestalten? Beispielsweise ist die Einhaltung der Tariftreue beziehungsweise die Zahlung von Mindestentgelten bei Dienstleistungen ein fester Bestandteil der städtischen Beschaffung. Außerdem wird darauf geachtet, grundsätzlich keine Produkte aus Kinderarbeit zu kaufen. Bei der Beschaffung von Druckpapier wird auf Umweltsiegel wie den Blauen Engel gesetzt, bei technischer Ausstattung auf den Energy Star. Die städtische Flotte an Dienstwagen für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter war eine der ersten mit alternativem Antrieb, der Fuhrpark umfasst inzwischen auch E-Bikes. Ausgemusterte IT-Geräte oder auch Möbel können über einen internen IT-Flohmarkt für den privaten Gebrauch erworben beziehungsweise über eine interne Gebrauchtmöbelbörse für eine dienstliche Weiterverwendung bezogen werden. Bei Besprechungen und Veranstaltungen wird zwar noch nicht flächendeckend, aber doch zunehmend darauf geachtet, Kaffee und Gebäck, Catering und Weiteres aus fairer und ökologischer Produktion zu beziehen. Bei der Beschaffung von Bällen für den Schulsport wurden testweise Sportbälle aus Fairem Handel bestellt, bei der Beschaffung von Spielwaren sowie Kreativ- und Bastelmaterialien für die städtischen Kitas wird geprüft, welche Produkte auch nachhaltig zu bekommen sind. Ebenso wird versucht, bei der Dienst- und Arbeitskleidung in einigen Bereichen Produkte aus nachhaltiger Herstellung zu kaufen. Das sind nur einige Beispiele, die zeigen, wie umfangreich das städtische Beschaffungswesen ist und an welchen Ecken und Enden Oldenburg bereits umgestellt oder sich auf die Suche nach nachhaltigeren Lösung begeben hat. 

Übrigens setzt sich die Stadt Oldenburg bewusst für den Fairen Handel ein. Sie ist seit 2018 Aktionspartner des Aktionsbündnisses „Oldenburg handelt fair“ (https://oldenburg-handelt-fair.de/) und seit 2019 zertifizierte Fairtrade-Stadt (https://www.fairtrade-towns.de/aktuelles).