Vision für Morgen

Die Entwicklung eines Nachhaltigkeitsleitbildes


Nachhaltigkeit ist ein Thema, an dem auch die Stadtverwaltung Oldenburg intensiv arbeitet. Eine Herausforderung dabei: Nachhaltigkeit mag auf vielen städtischen Agenden stehen, doch was genau ist damit gemeint? Welche Bereiche arbeiten dazu schon? Und wo muss noch mehr getan werden? 

Ein aktuelles bereichsübergreifendes Projekt der Stadtverwaltung setzt an diesen Fragestellungen an. Das Ziel: die Erarbeitung eines Nachhaltigkeitsleibildes für die Stadt Oldenburg.

Ob beim Stichwort Nachhaltigkeit nun als erstes der Klimaschutz und der wuselige Radverkehr in Oldenburg, die vielfältige Arbeit der Stadt zu Gleichstellung, Inklusion und Integration, Kreislaufwirtschaft oder etwas Anderes in den Sinn kommt: Abgesehen von starkem Engagement für einzelne Nachhaltigkeitsaspekte denkt die Stadtverwaltung Oldenburg Nachhaltigkeit auch schon im Ganzen und versucht, bereichsübergreifend und vernetzt mit allen Bereichen (Soziales, Umwelt und Wirtschaft) daran zu arbeiten. Der Oldenburger Rat beschloss 2016 eine Musterresolution des Deutschen Städtetages zur Agenda 2030 der Vereinten Nationen und bekannte sich somit zur Erreichung der 17 Ziele für nachhaltige Entwicklung (Englisch: Sustainable Development Goals, SDGs). 2019 führte die Stadt Oldenburg zudem als eine von zehn niedersächsischen Kommunen das Projekt „Global Nachhaltige Kommune Niedersachsen“ durch, in dem nicht zuletzt eine erste interne Bestandsaufnahme hinsichtlich der 17 SDGs durchgeführt wurde. Jetzt gilt es, sich darüber im Klaren zu werden, wie unser künftiges, nachhaltiges Oldenburg aussehen soll und wie wir dorthin kommen. Das ist der Kern des genannten Projektes. Konkret soll durch das Projekt ein ganzheitliches Verständnis von Nachhaltigkeit in der Verwaltung etabliert, ein Rahmen und eine gemeinsame Richtung für die Nachhaltigkeitsaktivitäten der Stadt Oldenburg geschaffen und noch vorhandene Lücken im städtischen Engagement für nachhaltige Entwicklung identifiziert werden.

 

Eine fachübergreifende verwaltungsinterne Projektgruppe nahm im Mai 2021 die Arbeit auf, unterstützt durch eine externe Beratung. Sie erarbeitet bis zum Sommer inhaltliche und organisatorische Grundlagen des Projektes. Für Oktober 2021 sind verwaltungsinterne Fokusworkshops zur Einbindung der Fachexpertise weiterer Kolleginnen und Kollegen der Stadt geplant, eine Beteiligung der Stadtgesellschaft ist für 2022 vorgesehen. Das Projekt endet im Juli 2022.

 

Übrigens ist das nur auf den ersten Blick ein rein lokales Vorhaben, denn das Projekt ist eingebettet in einen globalen Kontext: Um die Weltgemeinschaft auf einen Pfad nachhaltiger Entwicklung zu bringen, beschlossen die Vereinten Nationen 2015 die Agenda 2030 mit ihren 17 Zielen für nachhaltige Entwicklung (Englisch: Sustainable Development Goals, SDGs). Sie fußt auf der Einsicht, dass sich eine global nachhaltige Entwicklung nicht durch einzelne Staaten, Institutionen, Unternehmen oder auch Individuen realisieren lässt. Sie braucht Engagement und Zusammenarbeit auf internationaler, nationaler und lokaler Ebene, alle sind in der Pflicht, zur Gestaltung einer nachhaltigen Zukunft beizutragen. Kommunen spielen hierbei eine wichtige Rolle, denn immer mehr Menschen weltweit leben in Städten. Folglich ballen sich hier viele Nachhaltigkeitsprobleme wie Verkehrsemissionen, Müllaufkommen, Stromverbrauch, Kriminalität, soziale Spannungen und so weiter. Durch ihr Aufgabenportfolio, ihre Entscheidungs- und Gestaltungskompetenzen und ihre Nähe zu den Menschen vor Ort können Kommunen eine lokal nachhaltige Entwicklung ganz wesentlich gestalten und fördern – für und mit ihren Bürgerinnen und Bürgern, im Sinne der Agenda 2030.